Elektrische Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) sind unverzichtbar für den Brandschutz in Gebäuden. Sie dienen nicht nur der Sicherheit der Bewohner, sondern sind auch gesetzlich geregelt. In diesem Artikel beantworten wir alle wichtigen Fragen zu den Funktionen, Arten, gesetzlichen Regelungen und den Anforderungen an elektrische RWA, einschließlich der Gesetzesänderung von 2023.
Elektrische Rauch- und Wärmeabzüge sind technische Systeme, die Rauch und Hitze im Brandfall aus Gebäuden ableiten. Über Steuerzentralen und elektrische Antriebe werden Fenster, Klappen oder andere Abzugsöffnungen automatisch geöffnet, um gefährliche Rauchgase und Hitze gezielt nach außen zu leiten.
• Schutz von Menschenleben: Rauchfreie Flucht- und
Rettungswege ermöglichen eine schnelle Evakuierung.
• Eindämmung von Schäden: Die Wärmeableitung
verhindert eine Überhitzung und strukturelle Schäden am
Gebäude.
• Erleichterung für Rettungskräfte: Durch die
Reduzierung von Rauchgasen und die Verbesserung der Sicht
können Brände effizienter bekämpft werden.
Elektrische RWA-Anlagen unterliegen strengen Prüfanforderungen,
um ihre Funktionsfähigkeit zu garantieren:
1. Jährliche Wartung: Eine professionelle
Inspektion aller elektrischen und mechanischen Komponenten ist
gesetzlich vorgeschrieben.
2. Funktionskontrolle: Die Steuerzentralen,
Notstromsysteme und Öffnungsmechanismen müssen regelmäßig
geprüft werden.
3. Sichtprüfung: Sichtkontrollen auf
Verschmutzungen, Schäden oder Hindernisse sind in kürzeren
Intervallen ratsam.
Die Wartung und Reparatur von elektrischen RWA-Anlagen darf nur von zertifizierten Fachkräften durchgeführt werden. Unser Team verfügt über die erforderliche Zertifizierung und umfangreiche Erfahrung, um Ihre Anlage sicher und normgerecht instand zu halten.
Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) lassen sich in verschiedene Typen unterteilen, je nach Technologie und Funktionsweise:
Nutzen elektrische Steuerzentralen, die über Motoren Fenster,
Klappen oder Lichtkuppeln öffnen.
Vorteile: Präzise Steuerung, Integration in Gebäudeleittechnik,
Möglichkeit zur Fernüberwachung und -steuerung
Funktionieren mit Druckluft oder CO₂-Kartuschen. Im Brandfall
wird durch die Aktivierung eines Pneumatikzylinders Druckluft
freigesetzt, die Fenster oder Klappen öffnet.
Vorteile: Keine elektrische Versorgung notwendig. Robust und
unabhängig von Stromausfällen.
Nachteile: Wartung des Druckluftsystems notwendig. Weniger
flexibel in der Steuerung.
Arbeiten mit pyrotechnischen Auslöseeinheiten, die bei einem
Brand eine kontrollierte Explosion erzeugen, um die Öffnungen
mechanisch zu entriegeln.
Vorteile: Schnell und zuverlässig. Unabhängig von
Stromversorgung und Druckluft.
Nachteile: Ersetzt nach einmaliger Auslösung alle
pyrotechnischen Komponenten. Kann in der Wartung aufwändiger
sein.
Kombinieren elektrische, pneumatische oder pyrotechnische Komponenten, um maximale Sicherheit und Redundanz zu bieten. Häufig in komplexen Gebäudestrukturen zu finden, die besondere Anforderungen an den Brandschutz stellen.
Die Wahl des Systems hängt von den individuellen Anforderungen
ab:
• Elektrische RWAs sind ideal für moderne Gebäude
mit digitaler Infrastruktur.
• Pneumatische RWAs eignen sich für Gebäude ohne
zuverlässige Stromversorgung.
• Pyrotechnische RWAs sind perfekt für einfache
und robuste Lösungen mit minimalem Wartungsaufwand.
In Deutschland gelten folgende Vorschriften und Normen:
• Musterbauordnung (MBO): Vorschriften zur
Sicherstellung des Brandschutzes in Gebäuden. In dem jeweiligen
Bundesland ergänzend die jeweilige Landesbauordnung. In Bayern
wäre das z. B. die BayBO.
• Arbeitsstättenrichtlinie ASR A2.2: Regelungen
für die Rauchableitung in Arbeitsstätten.
• DIN 18232: Technische Normen für die Planung,
Installation und Funktion von RWA-Systemen.
• Industriebaurichtlinie (IndBauRL): Besondere
Anforderungen für große gewerblich genutzte Gebäude.
Die Gesetzesänderung von 2023 hat erhebliche Auswirkungen auf
die Anforderungen an elektrische Rauch- und
Wärmeabzugszentralen:
Die ISO 21927-9 und DIN EN 12101-10 regeln die Prüfung von
Steuerungszentralen und Energieversorgungen. Durch die nun
veröffentlichte Fassung der DIN 18232-9:2021-12 und den darin
enthaltenen Verweis auf die ISO 21927-9 sind für die Prüfung
von RWA-Steuerzentralen klare Mindestanforderungen an die
Betriebssicherheit und die Umweltklassifizierung festgelegt.
Ebenso wird die Gehäusefarbe definiert, wobei in Bayern
weiterhin die Farbe gelb zu verwenden ist, welche von der
Obersten Baubehörde im Bayrischen Staatsministerium des Inneren
am 28.1.2004 beschrieben wurde.
1. Höhere Widerstandsfähigkeit
gegen Umwelteinflüsse (Temperatur, Feuchtigkeit).
2. Verbesserte Redundanz der
Stromversorgung.
3. Striktere Vorgaben zur
Funktionssicherheit und Ausfallsicherheit.
4. Integration von digitalen
Schnittstellen für die Gebäudeleittechnik.
Diese Änderungen betreffen sowohl die Planung als auch die
Umsetzung neuer Anlagen und machen eine sorgfältige Prüfung
erforderlich.
Die Kosten für elektrische RWA-Anlagen hängen von verschiedenen
Faktoren ab:
• Anlagentyp: Natürliche oder mechanische
Rauchabzugsanlagen.
• Größe und Komplexität des Gebäudes: Mehrstöckige
Gebäude benötigen oft komplexere Systeme.
• Zusätzliche Anforderungen: Z. B.
Notstromversorgung oder digitale Steuerung.
Um eine genaue Kostenabschätzung zu erhalten, nutzen Sie unser
Kontaktformular.
Als zertifizierter Fachbetrieb bieten wir:
• Prüfung und Wartung Ihrer elektrischen Rauch-
und Wärmeabzugsanlagen.
• Reparaturen durch qualifizierte Experten.
• Fachgerechte Wiederinbetriebnahme nach
Modernisierungen.